Zustellung per Lastenrad: Test wird verlängert und erweitert

Zustellung per Lastenrad: Test wird verlängert und erweitert

Die im Mai in Bremen begonnene Zustellung von trans-oflex-Sendungen mit Lastenrädern läuft so erfolgreich, dass der Test verlängert wurde und ausgeweitet werden soll. „Wir prüfen aktuell, ob wir mit Hilfe einer speziellen Temperaturbox, die während des Transports heizen oder kühlen kann, auch Ambient-Sendungen ausliefern können“, sagt Michael Löckener. Er ist als Geschäftsbereichsleiter Operation Fläche Express für das Pilotprojekt verantwortlich. „Vor einem Test in der Praxis würde die Temperaturbox noch ausgiebig im Labor getestet und dann zunächst für den Transport von speziell präparierten Paketen eingesetzt.“ Für den Praxiseinsatz gibt es dann schon konkrete Vorstellungen: Die Box kann entweder im Laderaum des Lastenrades oder mit einem Anhänger transportiert werden.

„Unser Ziel war von Anfang an, nicht nur die Zustellung konventioneller Sendungen zu testen, sondern auch von temperaturgeführten Sendungen“, berichtet Löckener. „Das war einer der Gründe, warum wir für den Test ein Systemfahrrad der Bremer Firma Rytle ausgewählt haben, die bereits eine Lösung zur Temperaturführung anbietet.“

Die beiden im Test in Bremen eingesetzten Cargobikes können eine Wechselbox mit rund 1,4 Kubikmetern Laderaum aufnehmen und haben eine Nutzlast von 180 Kilo. Die Zusteller beladen die Räder morgens aus einer speziellen Wechselbrücke, für die trans-o-flex einen Stellplatz in der Bremer Innenstadt erhalten hat. Die Brücke dient als Minihub, das frühmorgens von einem trans-o-flex-Lkw mit zuzustellenden Sendungen bestückt wird. Abends können Sendungen, die von den Kurieren abgeholt wurden, vom Minihub in die Bremer trans-o-flex-Niederlassung und von dort zu den Empfängern transportiert werden.

Die eingesetzten Lastenräder verfügen über zwei Elektromotoren. Sie sind in die Hinterräder eingebaut und unterstützen die Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. „Weil die Lastenräder mitten im Zustellgebiet starten, sind die Wege sehr kurz und die Kuriere fahren bisher täglich weniger als 20 Kilometer.“ Dank Wechselakkus steht den Fahrern ausreichend Energie auch für deutlich längere Zustelltouren zur Verfügung, ohne dass sie tagsüber Strom nachladen müssen. Über Nacht werden die Batterien im Minihub aufgeladen.

Die Radkuriere haben zunächst nur Pakete mit maximal zehn Kilo Gewicht zugestellt. „Wir haben das maximale Stückgewicht inzwischen auf 15 Kilo erhöht, was auch problemlos läuft“, erläutert Löckener. „Dadurch konnten wir die Auslastung der Touren erhöhen und die Produktivität der Radkuriere ist inzwischen annähernd so hoch wie die einer normalen Transporter-Tour.“ Der ursprünglich auf drei Monate befristete Test wurde jetzt bis Ende April verlängert, sodass auf jeden Fall Erfahrungen über ein ganzes Jahr mit allen Witterungsbedingungen gemacht werden können.

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