Integriertes Managementsystem: Der gemeinsame Kern und die Struktur der ISO-Normen erleichtern die Einführung neuer Managementtools aus der ISO-Welt. Der externe Blick bricht Betriebsblindheit und eingefahrene Routinen auf. Jede Zertifizierung steigert außerdem die Sensibilität der Mitarbeiter für das jeweilige Thema.
Die Reihe der Qualitätszertifikate von trans-o-flex wird immer länger. Im letzten Jahr hat das Unternehmen erfolgreich die Rezertifizierung seines Qualitätsmanagements (ISO 9001) und seines Umweltmanagements (ISO 14001) abgeschlossen. Erstmals wurde 2025 auch ein systematisches und professionelles Energiemanagementsystem eingeführt – nach dem internationalen Standard ISO 50001. Und in diesem Jahr startet die Zertifizierung des Arbeitsschutzmanagements (ISO 45001), die bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Ist das alles notwendig? Und was sind die Effekte für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen? Im Interview mit diesem Magazin hat Tamara Schulz, Bereichsleiterin Qualitätsmanagement bei trans-o-flex, diese Fragen beantwortet.
Warum hat trans-o-flex im letzten Jahr noch eine weitere Zertifizierung absolviert, nämlich die des Energiemanagements nach ISO 50001?
Tamara Schulz: Weil sie uns sehr gut dabei unterstützt, die Energieeffizienz systematisch und nachhaltig zu steigern. Zudem trägt die ISO 50001 dazu bei, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen und das Unternehmen zukunftssicher sowie krisenfest aufzustellen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmenden Anforderungen der Klimakrise. Die Zertifizierung ist nicht zuletzt Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie und hilft uns, die angestrebten Ziele zu erreichen. Das ist nicht nur eine Frage von Haltung und Kosteneffizienz, sondern auch von Wettbewerbsfähigkeit. Auch die stärken wir mit der ISO 50001, da Nachhaltigkeit und Energieeffizienz immer häufiger entscheidende Kriterien für Geschäftspartner und Kunden sind.
Wie fügt sich das neue Energiemanagement in die bestehenden Managementsysteme ein?
Die verschiedenen Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt) und nun auch ISO 50001 (Energiemanagement) haben einen einzigen, durchgängigen Rahmen. Statt mehrerer paralleler Systeme nutzen wir diese gemeinsame Struktur, um Doppelarbeiten und Redundanzen konsequent zu vermeiden. Der gemeinsame Kern umfasst alle grundlegenden Prozesse wie Risiko- und Chancenbewertung, Zielsetzung und Maßnahmenprogramme, interne Audits, Managementbewertung, Dokumentenlenkung, Schulungen sowie klare Verantwortlichkeiten. Die bewährte Systematik und der vertraute PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) ermöglichen es unseren Mitarbeitern, neue Zertifizierungen deutlich schneller und leichter umzusetzen. So schaffen wir nicht nur Effizienz und Kostenvorteile, sondern stärken gleichzeitig eine ganzheitliche, nachhaltige und zukunftsfähige Unternehmensführung mit einem integrierten Managementsystem.
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Welche Erkenntnisse und Einsparpotenziale haben Sie durch das Energiemanagement gewonnen?
Wir haben festgestellt, dass der Wärmeverbrauch für trans-o-flex eine noch wichtigere Rolle spielt als angenommen. Die Gründe: Als Spezialist für die Pharmabranche arbeiten wir mit aktiv temperaturgeführten Transporten und klimatisierten Umschlaghallen. Unser Bedarf an Energie zum Heizen oder Kühlen ist deshalb höher als bei konventionellen Expressdiensten. Bei der systematischen Untersuchung des Verbrauchs und möglicher Verlustquellen von Wärme sind wir beispielsweise auf die Toröffnungen gekommen. Stehen Tore länger als nötig offen, so bedeutet das in einer Umschlaghalle spürbare Energieverluste.
Haben Sie aus dieser Erkenntnis Konsequenzen gezogen?
Ja. Wir messen jetzt an einem Standort mit einem Kamerasoftwaresystem, welche Tore wie lange geöffnet sind. Das System sendet unterstützend ein akustisches und optisches Erinnerungssignal, sobald ein Tor die eingestellte maximale Öffnungszeit überschreitet. Wir sammeln derzeit die Daten und prüfen dann, welche Schritte wir ableiten können. Weitere Optimierungen, die wir identifiziert haben, sind Feinjustierungen der Heizungssteuerung im Hinblick auf eine noch stärkere Bedarfsorientierung. Heißt konkret: weniger heizen am Sonntag. Während solche Steuerungsoptimierungen ohne großen finanziellen Aufwand und relativ schnell umgesetzt werden können, brauchen andere Verbesserungen hohe Investitionen und Zeit. Beispiele dafür sind Tor- und Gebäudeisolierung oder die Erneuerung von Heizungsanlagen.
Welche weiteren Lehren haben Sie aus dem Auditprozess gezogen?
Der Auditprozess im Energiemanagementsystem hat uns erneut gezeigt, welchen Mehrwert ein Blick von außen auf unsere Prozesse bieten kann. Wir haben dabei Effizienzpotenziale erkannt und Optimierungsansätze identifiziert. Der externe Blick bricht Betriebsblindheit und eingefahrene Routinen auf. Jede Zertifizierung steigert außerdem die Sensibilität der Mitarbeiter für das jeweilige Thema. So hat die Ankündigung und Durchführung der Audits jetzt die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter für das Thema Energieeffizienz und Energiemanagement im Alltag erhöht.
Wesentlich bei einer ISO-Zertifizierung ist die nachhaltige Förderung von Verbesserungsprozessen. Der Auditprozess unterstützt dieses Prinzip, indem er regelmäßig neue Impulse für technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen liefert.
Tamara Schulz, Bereichsleiterin Qualitätsmanagement bei trans-o-flex