Grüne Innovation für Arzneimitteltransporte: ThermoMed testet neuartige Kühlsysteme

Grüne Innovation für Arzneimitteltransporte: ThermoMed testet neuartige Kühlsysteme

  • Leiser, umweltfreundlicher und sparsamer im Betrieb: trans-o-flex-Tochter startet einjährigen Praxistest, ob elektrische Kühlsysteme ihre Nachhaltigkeitsversprechen halten
  • Pufferbatterie ermöglicht Abschalten des Motors bei längeren Stopps und erhöht die Ausfallsicherheit

Weinheim, 11. Mai 2021. Die auf Arzneimitteltransporte mit aktiver Temperierung spezialisierte trans-o-flex-Tochtergesellschaft ThermoMed testet ab sofort über ein ganzes Jahr drei Zustellfahrzeuge, die mit einer neuartigen, rein elektrischen Kühlung ausgerüstet sind. „Die Aggregate sind zwar in der Anschaffung teurer, sollen aber leiser, umweltfreundlicher und im Betrieb sparsamer sein“, sagt Wolfgang P. Albeck, CEO bei trans-o-flex. Bisher gibt es lediglich einen Hersteller, der die innvoative Technik für Fahrzeuge in der Klasse bis zu 3,5 Tonnen mit einem Thermo-Kofferaufbau anbietet. „Deshalb testen wir jetzt, ob die Geräte die versprochenen Vorteile im täglichen Einsatz halten können und ob sie genauso zuverlässig sind wie herkömmliche Kühlaggregate.“

Konventionelle Kühlaggregate von Transportern beziehen die notwendige Energie ausschließlich über den Dieselmotor des Fahrzeugs. „Wenn das Fahrzeug für die Zustellung hält, dann muss unter Umständen der Motor weiterlaufen, damit die Temperierung gewährleistet ist“, erläutert Albeck. „Das führt nicht nur zu einem höheren Treibstoffverbrauch, sondern auch zu einer höheren Lärmbelastung.“

Beides kann jetzt durch neue, mit Strom betriebene Geräte vermieden werden. Während der Fahrt erfolgt die Energieversorgung über einen vom Motor angetriebenen Generator. Sobald der Motor aus ist, sorgt eine Pufferbatterie für den nötigen Strom. Für die notwendige Vortemperierung des Laderaums auf die richtige Temperatur wird der Fahrzeugmotor ebenfalls nicht benötigt. Dafür kann das Fahrzeug an eine herkömmliche 230-Volt-Steckdose angeschlossen werden, über die gleichzeitig auch die Pufferbatterie geladen wird. Bei einem Motorschaden können die Fahrzeuge durch die Batterie für mehrere Stunden die Temperatur halten. Und da viele Fahrzeuge im Krankenhausbereich unterwegs sind, macht sich eine geringere Geräuschentwicklung durch die batteriebetriebene Kühlung dort ebenso positiv bemerkbar.

In der Anschaffung sind die Geräte vom Typ Mitsubishi TE 30 laut Albeck um rund 3.000 Euro teurer als die bisher bei ThermoMed eingesetzten Kühlgeräte. Außerdem wiegt die Anlage (inklusive Batterie) mit 192 Kilo fast 40 Kilo mehr als eine vergleichbare konventionelle Anlage. „Die Gesamtkosten könnten trotzdem unterm Strich niedriger sein, weil der Spritverbrauch des Trägerfahrzeugs sinkt und die Wartungs- und Reparaturkosten der elektrischen Anlage niedriger sein sollten“, so Albeck. „Aber all das wollen wir jetzt genauer überprüfen.“

Die Testphase hat im April begonnen. Überprüft werden die elektrischen Kühlaggregate in Verbindung mit drei Mercedes Sprinter der neuesten Generation und einem Thermokoffer des Aufbauherstellers Spier. Das Kühlaggregat ist für Fahrzeuge mit verschiedenen Temperaturzonen geeignet. Albeck: „Wir werden auch das prüfen und die Fahrzeuge im reinen Kühlbereich von 2 bis 8 Grad einsetzen, im sogenannten Raumtemperaturbereich von 15 bis 25 Grad sowie im Mischbetrieb mit zwei Temperaturzonen.“