Avantor: Wie der auf Laborausstattung spezialisierte Konzern für die Lagerung und Distribution seiner Waren in Europa auf ein dreistufiges Logistikkonzept setzt und welche Rolle trans-o-flex dabei spielt.
„Diese logistische Aufgabe gehört mit zu den komplexesten, die ich kenne“, sagt Eugen Günther voller Anerkennung. Dabei hat der Geschäftsführer Vertrieb von trans-o-flex in seiner 15-jährigen Karriere bei dem Expressdienst schon viele logistische Herausforderungen kennengelernt. Was er an dieser Aufgabe und deren Lösung am meisten bewundert, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: „Flexibilität! Sie ist möglicherweise der entscheidende Faktor für den Erfolg der Logistik von Avantor.“ Laut Günther gelingt es Avantor und seinen Logistikdienstleistern durch ein Höchstmaß an Flexibilität, die Komplexität der Logistik in Richtung operativer Exzellenz und Effizienz zu reduzieren. „Bei trans-o-flex sind wir stolz darauf, Teil dieser Lösung zu sein. Und wir sind bereit, dabei in Europa und weltweit zusammen mit GEODIS weitere Verantwortung zu übernehmen.“ Worin aber genau besteht die Komplexität dieser Aufgabe und wie sieht die Lösung aus? Welche Rolle spielt trans-o-flex und wie ausbaufähig ist dieser Beitrag?
Um die Antworten auf diese Fragen besser zu verstehen, sind einige Hintergrundinformationen zu Avantor erforderlich. Avantor ist ein globaler Anbieter systemrelevanter Lösungen, die alle Prozesse von der Forschung bis zur Markeinführung in den Bereichen Life Science, Spitzentechnologien und Forschungsindustrien abdecken. Unabhängig davon, ob es um ein Thermometer, eine Zentrifuge, eine sterile Werkbank aus rostfreiem Stahl, einen Laborstuhl, um Chemikalien oder Pipetten geht – in Europa gibt es kaum ein Labor, das seine Produkte für die Laborausstattung oder Routinearbeit nicht bei Avantor bestellt. Dazu gehören selbstständige Labore ebenso wie Labore an Universitäten, in Krankenhäusern, öffentlichen Einrichtungen, Pharmaunternehmen sowie im Großhandel und bei forschenden oder produzierenden Chemieunternehmen. Fast jeder, der in dieser Branche ein Labor hat, bestellt bei Avantor. In Europa verantwortet die zu Avantor gehörende VWR die Logistik. Das weitreichende Vertriebsnetz sowie die engen Kundenbeziehungen stärken die Kompetenzen von Avantor und erweitern das Lösungsspektrum – von der Forschung bis zur Distribution.
Ein dreistufiges Lagersystem gewährleistet, dass ein Großteil der Materialien und Produkte ständig vorrätig ist und dass diese möglichst in Kundennähe gelagert werden. Deshalb gibt es drei zentrale Distributionszentren (CDC). Diese befinden sich in Bruchsal (Deutschland) sowie in Genk und Leuven (Belgien). Weiterhin gibt es regionale Distributionszentren (RDC), die ein bestimmtes Land oder eine Region wie die iberische Halbinsel bedienen. Davon gibt es sechs in Europa, diese befinden sich in Dublin (Irland), Lutterworth (Großbritannien), Briare (Frankreich), Llinars del Vallès (Spanien), Siziano (Italien) und Örebro (Schweden). Als dritte Ebene gibt es lokale Verteilzentren (LDC) in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Österreich und der Schweiz.
Den CDCs kommt in dieser dreistufigen Struktur eine besondere Bedeutung zu. Zum einen bilden alle drei zusammen ein virtuelles Zentrallager, in dem ein großer Teil der definierten Artikel vorrätig ist. Zum anderen sind die CDCs sowohl für die Belieferung der RDCs und LDCs zuständig als auch für die Feinverteilung in einem Land oder einer Region. Bruchsal beispielsweise beliefert nahezu alle RDCs und LDCs sowie die anderen CDCs und darüber hinaus direkt die Kunden in Deutschland.
„Für diese Struktur ist trans-o-flex dank seiner Flexibilität und seiner Fähigkeit zur Sendungskonsolidierung der ideale Partner“, fährt Günther fort. „Egal ob Avantor Ware in Paketen oder auf Paletten versendet, egal von welchem Lagerstandort die Ware kommt, ob es sich um Gefahrgut oder um normale Stoffe handelt: trans-o-flex kann all das übernehmen und in einer einzigen Sendung an den Empfänger liefern.“ Bei größeren Versandmengen profitiert Avantor von der Flexibilität von trans-o-flex. „In Bruchsal beispielsweise sind die Mengen so groß, dass wir Ware mehrmals täglich abholen.“ Diese Flexibilität gilt auch auf IT-Ebene. „Alle Pakete und Paletten für einen Empfänger, selbst wenn wir sie zu unterschiedlichen Zeiten an einem Standort abholen, werden nach der letzten Abholung zu einer Sendung zusammengefasst und Avantor auch als eine Sendung in Rechnung gestellt.“
Für Dennis Sauder, der bei Avantor als Distribution Service Manager Region East & Control Tower für die Kontrolle, Abwicklung und kontinuierliche Optimierung des Transportnetzwerks zuständig ist, spricht aber nicht nur die hohe Flexibilität für die Zusammenarbeit mit trans-o-flex, sondern auch die Laufzeit. „trans-o-flex holt beispielsweise in unserem CDC in Bruchsal zuletzt um 17:30 Uhr ab. Trotz der späten Abholung werden bundesweit mehr als 95 Prozent aller Avantor-Sendungen am nächsten Werktag zugestellt.“ Dabei nutzt Avantor in der Regel Standardsendungen im Service Tech Express.
Zur Reduktion der Komplexität gehört für Sauder außerdem, dass trans-o-flex neben der Verteilung der Waren an bestimmte Adressen auch Sonderaufgaben übernehmen kann und damit die Zusammenarbeit mit weiteren Partnern überflüssig macht. „Bei einem großen Chemieunternehmen in Norddeutschland liefert trans-o-flex nicht nur aus, sondern übernimmt auch die Feinverteilung auf dem weitläufigen Firmengelände. Dabei werden unterschiedliche Gebäude angefahren und die Ware wird auch direkt in bestimmte Regale geliefert.“
Solche Beispiele zeigen laut Sauder außerdem, dass die Zusammenarbeit mit trans-o-flex ausbaufähig ist. „Als global agierendes Unternehmen müssen wir die Anzahl unserer Partner sorgfältig abwägen, um unsere Effizienz weiter zu steigern.“ Deshalb sieht er gerade nach der Übernahme von trans-o-flex durch GEODIS Entwicklungschancen. „GEODIS ist zudem in Frankreich Partner von Avantor und aus unserer Sicht wäre daher die Hinzunahme weiterer internationaler Aufgaben denkbar, zum Beispiel bei Komplettladungen zwischen unseren CDCs und RDCs. Auch eine Expertise im Gefahrguthandling, wie trans-o-flex sie in Deutschland hat, wäre für uns als europäische Lösung hervorragend.“
Eugen Günther, Geschäftsführer Vertrieb bei trans-o-flex, © Fotostudio Fischer Weinheim