Neuer Corona-Schutz: Luftwäscheanlagen für Umschlaghallen mit aktiver Kühlung

Neuer Corona-Schutz: Luftwäscheanlagen für Umschlaghallen mit aktiver Kühlung

  • trans-o-flex ThermoMed zieht Konsequenzen aus Analysen der Infektionswelle in der Fleischindustrie: Feinfilter als effiziente Vorsorge gegen Verbreitung des Virus über Klimaanlagen in Räumen mit niedrigen Temperaturen (2 bis 8 Grad Celsius)
  • Netzausbau läuft parallel weiter: Zentralhub erhält 50 Prozent mehr Hallenfläche und automatische Sortieranlage

Weinheim, 8. Juli 2020. Wer die Temperatur, bei denen Arzneimittel transportiert werden, nicht überwacht und steuert, der geht in Deutschland an jedem Tag des Jahres das Risiko ein, dass ein Medikament beim Transport an Wirksamkeit verliert. Warum das so ist und wie hoch das Risiko ist, das hat der auf den Transport pharmazeutischer und anderer sensibler Produkte spezialisierte Logistikdienstleister trans-o-flex in mehreren bundesweiten Testreihen erhoben. Das Ergebnis seiner Auswertung stellt das Unternehmen täglich in Bezug zu den aktuellen Tagestemperaturen auf seiner Website dar. „Egal zu welcher Tageszeit und egal, ob im Sommer oder im Winter transportiert wird: Unsere Messungen haben gezeigt, dass es keine Außentemperatur gibt, bei der Arzneimittel auch ohne Temperierung risikolos den Raumtemperaturbereich von 15 bis 25 Grad einhalten“, sagt Wolfgang P. Albeck, CEO von trans-o-flex, bei der Vorstellung der Testergebnisse in Weinheim. Das geringste Risiko liegt bei einer Außentemperatur von 16 Grad. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sendung bei der Auslieferung in einem untemperierten Fahrzeug bei unter 15 oder über 25 Grad Celsius befördert wird, bei 16 Prozent. Oberhalb und unterhalb dieser Temperatur steigt das Risiko sprunghaft an (siehe Grafik).

Der auf aktiv temperierte Transporte bei 2 bis 8 Grad Celsius spezialisierte Logistikdienstleister trans-o-flex ThermoMed hat alle 42 Standorte mit Luftwäscheanlagen ausgestattet. Das Unternehmen betreibt bundesweite Netze zur Verteilung von Arzneimitteln in Deutschland (38 Standorte) und Österreich (4 Standorte). Mit den Luftreinigern will trans-o-flex ThermoMed seine Mitarbeiter schützen und die Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eindämmen. Die Installation der Anlagen ist eine Konsequenz aus der Analyse der Infektionswelle in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie.

Dort hatte der Hygiene-Experte Martin Exner vom Universitätsklinikum Bonn im Auftrag des Kreises Gütersloh festgestellt, dass Klimaanlagen in gekühlten Räumen die Verbreitung des Virus begünstigten. In der Fleischindustrie werden Räume, in denen Mitarbeiter die Tiere zerlegen, auf etwa sechs bis zehn Grad gekühlt. Zum einen verbreiten sich Viren laut Exner bei kühleren Temperaturen grundsätzlich schneller. Zum anderen würden die Klimaanlagen die Luft umwälzen, ohne sie aufzubereiten oder mit ausreichend Frischluft anzureichern, erklärte der Mikrobiologe. Die Folge: Wenn ein Mitarbeiter erkranke und das neuartige Coronavirus in die Luft gelange, werde es durch die Klimaanlage anschließend breit in der Arbeitshalle verteilt. Mögliche Aerosole, also feinste Tröpfchen, über die Viren übertragen werden können, würden in Bewegung gehalten.

Um dieses Verbreitungsrisiko weitgehend auszuschalten, hat trans-o-flex ThermoMed inzwischen alle zwischen 2 und 8 Grad klimatisierten Umschlagpunkte in seinem deutschen und österreichischen Netz mit Luftwäscheanlagen mit Spezialfiltern ausgestattet. Die Filter, die regelmäßig ausgewechselt werden müssen, sollen auch Aerosole aus der Luft filtern, mit denen SARS-CoV-2 übertragen werden kann. Nach Angaben des deutschen Luftreinigerherstellers Trotec filtern sie „99,995 % aller luftgetragenen Schadstoffe“ und „befreien die Luft effektiv von Pollen und anderen Allergenen, Feinstaub, Zigarettenrauch, Gerüchen und Bakterien, Schimmelsporen oder Viren“.

Service ohne Einschränkungen: Pandemiepläne von trans-o-flex voller Erfolg
„Unsere Pandemiepläne sehen vor, dass wir neue Erkenntnisse regelmäßig auswerten und ihre Bedeutung für unsere Netzwerke prüfen“, erläutert Wolfgang P. Albeck, CEO von trans-o-flex. „Deshalb haben wir entschieden, diese zusätzliche Ausstattung zu installieren.“ Bisher hat trans-o-flex den Service in seinen Netzwerken trans-o-flex Express und trans-o-flex ThermoMed in der Corona-Krise jederzeit voll aufrechterhalten können. „Wir mussten keinen einzigen Standort schließen oder unsere Leistungen einschränken“, so Albeck. „Dafür haben wir von unseren Kunden ausgesprochen viel Lob bekommen und werden auch mit zusätzlichen Mengen belohnt, die bisher über andere Dienstleister transportiert wurden.“ Das Unternehmen investiert deshalb in seinen Netzausbau und steckt aktuell unter anderem 3,5 Millionen Euro in die Erweiterung des ThermoMed-Zentralhubs in Baunatal.

Ausbau des ThermoMed-Hubs steigert Netzkapazität um mehr als 25 Prozent
Dort wird derzeit das bestehende Sortierzentrum mit einem Anbau erweitert. Die Fertigstellung ist für das Jahresende geplant. Die beiden Hallenteile, die bisher mit einer massiven Steinwand getrennt sind, werden im Rahmen des Umbaus verbunden und die neue Halle, deren Fläche von 1.300 auf fast 2.000 Quadratmeter anwächst, erhält eine neue, vollautomatische Sortieranlage. „Das wird die Mitarbeiter im Umschlag weiter entlasten und den Umschlag beschleunigen“, kündigt Albeck an. „Zusammen mit der vergrößerten Fläche und zusätzlichen Be- und Entladetoren wird das die Kapazität des ThermoMed-Netzes um mindestens 25 Prozent steigern.“